Wissenswertes über Kaminöfen

Leistung

Die Heizleistung, Nennleistung, eines Kaminofens muß zu den individuellen Gegebenheiten Ihres Zuhauses passen. Sonst wird aus „gemütliche Wärme” allzu schnell „viel zu heiß hier”. Ein weit verbreiteter Irrtum ist es anzunehmen dass „mehr, stärker” gleich „besser” ist. Die Wahl der richtigen Nennleistung hat entscheidenden Einfluß auf die Behaglichkeit und auf die Effizienz und Sauberkeit der Verbrennung. Im Gespräch mit Ihnen finden wir gemeinsam heraus welche Leistung die Richtige ist.

Qualität und Konstruktion

Wie überall gibt es natürlich auch bei Kaminöfen enorme Unterschiede. Kaminöfen erreichen im Betrieb in kurzer Zeit sehr hohe Temperaturen. Es ist klar, dass nur hochwertige Materialien diese Belastungen durch Temperaturwechsel über längere Zeit aushalten. Und nur eine durchdachte, vielfach getestete Konstruktion die viel Erfahrung voraussetzt, verhindert Schäden am Ofen durch Spannung und Überhitzung oder vorschnelle Materialermüdung.

Emissionen, Feinstaub, Filter

Bei jeder Verbrennung entstehen Abgase und Partikel, Feinstaub. Hochwertige Kaminöfen haben damit kein Problem. Die vom Gesetzgeber heute vorgegebenen Grenzwerte haben die Öfen guter Hersteller schon lange zuvor deutlich unterschritten. Filter sind heute und in Zukunft bei diesen Öfen nicht erforderlich.

Verbrennungsluftsteuerung

Bei Holz ist im Gegensatz zu Kohle oder Braunkohle die Energie überwiegend ein Gasgemisch. Dieser Umstand erfordert eine besondere Technik bei der Bedienung des Ofens. Zuerst entzündet sich der Kohlenstoff im Holz. Dazu bedarf es der Luftzufuhr von unten in den Ofen (Primärluft). Nach einigen Minuten entsteht durch die bis dahin entstandene Wärme eine Gasgemisch das im mittleren Bereich der Brennkammer mit Sauerstoff vermischt werden muß. Dazu strömt die Luft ab diesem Zeitpunkt durch höher angebrachte Öffnungen in die Brennkammer. (Sekundär- und Tertiärluft). Die Luftzufuhr von unten muß zu diesem Zeitpunkt minimiert sein, sonst bleibt die Verbrennung ineffektiv und unsauber.

Nach dem Abbrand des Gases, etwa nach einer Stunde, verbrennen die Reste des Kohlenstoffes was wiederum einen Wechsel der Luftführung zu Primärluft erfordert. Gute Kaminöfen haben eine einfach zu bedienende Steuerung für diesen Zweck, HWAM-Kaminöfen verfügen über eine äußert praktische, zuverlässige automatische Steuerung durch ein Bimetall das anhand der Temperaturkurve der Verbrennung diese Umschalten für Sie erledigt.

Luftversorgung

Kaminöfen verbrauchen Luft die über den Schornstein als Abgas abgeführt wird. Dieses Luftvolumen muß in den Raum nachströmen können. Je nach Bausubstanz ist dieses ohne besondere Vorkehrungen gegeben. Bei sehr dichten Häusern und bei einer vorhandenen Be-und Entlüftungsanlage, sowie bei einer vorhandenen Ablufthaube in der Küche, sind besondere konstruktive Elemente am Ofen bzw. an der Ablufthaube erforderlich. Über diese Punkte informieren wir sie selbstverständlich bei unserer Beratung.

Wärmeabgabe, Wärmespeicherung, Speichersteine

Kaminöfen erzeugen schnell Wärme und geben diese schnell an dem Raum ab. Naturgemäß endet diese Wärmeabgabe nach dem Erlöschen des Feuers. Schwere Öfen aus Kacheln und Schamottesteinen oder schwere Öfen aus Speckstein verhalten sich genau umgekehrt. Sie erwärmen sich über Stunden und geben erst dann Wärme ab, über entsprechend lange Zeit.

Einen Mittelweg gehen Kaminöfen mit zusätzlichen Speichersteinen, meist oberhalb der Brennkammer angebracht. Die Speicherkapazität ist abhängig von der Speichermasse. Daher kann die begrenzte Speichermasse bei einem Kaminofen nur eine gewisse Menge Wärme einlagern und wieder abgeben.

Welche Variante für Sie die richtig ist hängt von vielen Faktoren ab. Berufstätig und nur abends und am Wochenende zu hause? Haus auf dem Lande ohne zusätzliche Heizung oder kleine Wohnung in der Stadt? Gute Bausubstanz oder schlecht isolierende Außenwände? Tragfähiger Fußboden oder nachgiebige Holzbalkendecke? Eine Entscheidung über die Ofenvariante sollte erst nach eingehender Beratung getroffen werden.

Wie startet man einen Kaminofen?

Das Heizen und befeuern Ihres Kaminofens ist an sich kinderleicht. Wir stellen Ihnen hier eine neue Methode vor, Ihren Kamin anzufeuern:

  • Geben Sie 2-4 Holzscheite mit einem Durchmesser von 5-8cm in den Brennraum.
  • Darauf stapeln ca. 1-2kg Anzündholz.
  • Legen Sie auf bzw. in das gestapelte Anzündholz zwei Anzünder.

Diese Methode ist umweltschonender da man den Ofen von oben nach unten anfeuert. Wenn man den Kamin von unten nach oben, also andersrum, anzündet, bildet sich viel mehr Rauch.

Beim erstmaligen Heizen Ihres neuen Kaminofens beachten sie bitte folgendes:

  1. Lassen Sie die Tür Ihres Kaminofens einen Spalt offen, da der Lack aushärten muss.
  2. Währenddessen sollten sie ca. 1/2 - 1 Stunde den Kamin nicht anfassen.
  3. Die Tür sollte offen bleiben, damit die Dichtschnur des Kamins nicht am Lack kleben bleibt.

Wenn der Kamin etwas unangenehm riecht und von außen etwas raucht, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Das ist nur ein Zeichen dafür, dass der Lack vollständig aushärtet.

Unser kleiner Film zu diesem Thema informiert Sie ausführlich.

Video Heizanleitung bei YouTube